Die Welt

Lange bevor es die Quel`nar gab, und noch weit vor dem ersten Erscheinen eines Menschen wurde einst aus dem ewigen Nichts das Weltengeflecht geboren.Das Weltengeflecht selbst besteht aus unendlich vielen Elementarfäden, durchflutet von purer Essenz, der Quelle allen Lebens und Seins. Dies ist die ursprünglichste Ebene der Existenz, ein chaotisches Reich, seit Anbeginn aller Zeiten beschützt von den Elementaren, jenen mystischen Wesen geboren aus den uralten Kräften von Erde, Wind, Feuer und Wasser.
Obwohl diese Kreaturen so unterschiedlich in ihrem Denken, ihrem Handeln und ihrer Macht sind, gehorchen sie dennoch alle ihren mächtigen Elementarlords, beseelte vom allumfassenden Willen, der Schöpfungs Wächter zu sein.
Neben den alten Hütern der Dimensionen existieren die Götter beinahe genauso lang wie die Elementare.
Wann immer es einen Verschlingung im komplizierten Netz der Elementarfäden gibt, wenn ein Knoten entsteht, an dem sich Essenz sammelt, wird eine Welt wie Tharwyn geboren. Seit jeher ist es das Streben der Götter, diese neue Sphären nach ihrem Willen zu gestalten,  ganz wie es ihnen beliebt.
Nicht immer weise oder ernsthaft zeigten sich die Weltenlenker, mitunter verspielt gingen sie dabei mit ihrer eigenen Schöpfung um, mal begeisterten sie sich an ihr, mal zerstörten sie sie wahllos, doch solange sie das fragile Weltengeflecht nicht bedrohten setzten ihnen die Elementare keine Grenzen.

Der Krieg der Götter

Viele Zeitalter hindurch herrschten die beiden Brüder Tholan und Rholan gemeinsam als Göttervater über die große Gemeinschaft niederer und höherer Wesen und Götter. Obwohl von Anfang an zu erkennen war, das es Streitigkeiten zwischen den beiden geben würde, so bemühte sich Tholan immer mit Weitsicht und Diplomatie den Zwist nie offen zu Tage treten zu lassen.

Während Tholan ein weiser und guter Herrscher für seine Völker war, regierte sein Bruder Rholan grausam und bösartig auf seinen Welten.Im Laufe der Zeit entstanden daher innerhalb der Götterwelt zwei grundverschiedene Fraktionen, die sich zusehends feindlicher gegenüber standen.
Delmek, der zwergische Gott der Schmiedekunst und Fonar, der Gott der Tapferkeit standen fest zu Tholan und seiner Frau Lysira, der lieblichen Göttin des Morgenröte.

Doch auch um seinen finsteren Bruder Rholan sammelten sich Verbündete wie der pockennarbige Dullgur, Gott der Krankheiten oder Inmatero, der rätselhafte Gott des Todes.Immer wieder kam es nun zu Streitigkeiten zwischen den beiden Gruppe, die der Rat der Götter zunächst jedoch stets beizulegen vermochte. Doch in seinem von Bosheit durchdrungenen Herzen beneidete Rholan seinen Bruder um dessen Glück mit Lysira.Von krankhafter Eifersucht zerfressen, gleichzeitig ohne jede Hoffnung, dass die liebliche Lysira seine Gefühle jemals erwidern würde, schmiedete der einsame Gott düstere Rachepläne. Als er durch einen Verräter in Tholans Reihen herausfand, dass der Gott des Lichts die Welt Dundara ganz besonders liebte und ein tiefes väterliches Verhältniss mit seiern Schöpfung dort pflegte , fällte Rholan eine schreckliche Entscheidung.Er sandte seine Getreuen Dullgur und Inmatero aus, um die friedvolle Welt Dundara heimzusuchen.Als Tholan wenig später aus dem Weltengeflecht auf seine liebste Schöpfung blickte, füllten sich seine gütigen Augen mit Tränen: Die Pest hatte alle Länder heimgesucht, Krieg und Missgunst herrschten unter den Völkern, die Altare, die ihm gewidmet waren, lagen in Trümmern. Verzweifelt musste der Göttervater erkennen, dass sein Utopia vernichtet worden war, in einem hoffnungslosen Zustand der postapokalyptischen Zerstörung vor sich hin vegetierte. Aber Rholan hatte bei seinem hinterhältigen Plan die Macht der Priestergilde auf Dundara unterschätzt. Diese beherrschten die Kunst der Essenzmagie in Reinform, und hatten nur allzu genau beobachten können, was Dullgur und Inmatero ihren Mitbürgern angetan hatten, wenngleich es nicht in ihrer Macht stand, die Götter aufzuhalten. Auch wenn die meisten von ihnen schon tot waren, als Tholan wieder zu seiner Welt blickte, opferten sich die wenigen verbliebenen Priester um ihre gebündelte  Kraft dazu zu nutzten, dem Göttervater von all dem zu berichten, was sie ihnen wiederfahren war.Gebannt lauschte Tholan den Worten seiner Schöpfung, die ihre gesamte Essenz, und somit ihr Leben, in diesem einem letzten Akt der Ausopferung aushauchten, und als er erfuhr, was die beiden Götter getan hatten, wusste er sogleich, wer hinter diesem schändlichen Vorgehen steckte.Angetrieben von heiligem Zorn berief er den Rat der Götter ein und schilderte den Anderen die grausame Tat, zu der Rholan seine Gefolgsleute getrieben hatte. Zerridus, der Gott der Gerechtigkeit, versuchte neutral zwischen den Partein zu vermitteln, doch stieß er bei beiden Seiten nur auf Ablehnung.
Enttäuscht darüber, dass niemand seine Ratschläge annahm, verkündete er daraufhin verbittert, das Weltengeflecht für immer zu verlassen. Tatsächlich verschwand Zerridus spurlos an einen bis heute unbekannten Ort.

Zwischen den Brüdern und ihren Fraktionen begann der Streit nun endgültig zu eskalieren, es kam zu einem offenen Krieg! Das gesamte Weltengeflecht erschütterte unter der furchtbaren Schlacht, doch mit der Kampfkraft seiner getreuen Heerführer Delmek und dem unerschütterlichen Mut von Fonar gelang es Tholan und seinen Göttern des Lichts die Götter der Dunkelheit in ein Gefängnis jenseits der Existenz, in eine schwarze Dimension der ewigen Verdammnis zu sperren.Komplett umgeben und verschlossen wird dieser Kerker der Verfluchten durch eine gigantische Essenzbarriere, undurchdringlich für Rholan und seine Schergen.
Doch alleine hätten die Götter des Lichts dieses gigantische Gefängnis nicht erschaffen und mit ausreichend Essenz versorgen können, daher baten sie die Elementare um Hilfe.

Die Elementarlords verhielten sich bisher im Krieg der Götter neutral, dennoch stimmten die Elementarlords zu, Tholan und seinen Verbündeten zu helfen um die Gefahren für das Weltengeflecht für alle zeiten duch diesen Konflikt zu bannen.
Jedoch bestanden die Elementare auf einen bindenden pakt mit den Göttern um den Fortbestand der barriere für alle Zeitalter zu gewährleisten. Denn
zum einen fürchteten sie bei einem Ausbruch der dunklen Götter einen erneuten Krieg, der das Weltengeflecht erschüttern würde, zum anderen wussten die Elementare, dass der Tod eines Gottes dazu führt, das all seine Essenz unkontrollierbar in das Weltengeflecht strömen würde – eine große Gefahr für dieses fragile Gewebe!
Der Pakt wurde geschlossen udn die Götter verpflichteten sich Tharwyn mit Leben zu erfüllen, um den Kreislauf des Lebens nutzen zu können, Essenz aus dem Weltengeflecht in die Barriere zu leiten.
Gemeinsam errichteten und sicherten die Elementare und die Götter des Lichts das Zwischenreich, in dem die dunklen Götter schliesslich gefangen wurden.Der älteste der Götter, der kluge Palan, schlug vor, auf der noch unbewohnten Welt Tharwyn den Kreislauf des Lebens durch ein Volk zu erschaffen, dass die nötige Essenz zum Aufrecht halten der Barriere beschaffen sollte. Dieser weise Ratschlag gefiel allen Göttern, und gemeinsam schufen sie ein Volk auf Tharwyn, welches sie Quel`nar nannten – Ein Name, der übersetzt wird als „Kinder der Schöpfung“ oder „erwähltes Volk“. Nie zuvor war ein Volk in gemeinschaftlicher Schöpfung so vieler Götter entstanden und war so rein und mächtig wie die Quel`nar.Es war Aufgabe der Elementare, die Quel`nar zu überwachen und sicherzustellen, das deren Essenz der Barriere zugeführt wurde. Zu diesem Zweck erschufen sich die Elementare vier Pforten nach Tharwyn: Den Wassertempel, den Feuertempel, den Erdtempel und den Lufttempel.Außerdem errichteten die Erdelementare eine verborgene Halle tief unter der Rhaamwüste, in der sich ein mystisches Tor in das finstere Zwischenreich der gefangenen dunklen Götter befand.

Die Götter hingegen zeigten sich und ihre Macht nur sporadisch auf Tharwyn an ganz bestimmten Stellen,  Pforten die wie Membrane zwischen dieser Welt und dem Weltgeflecht waren.

So entstand das stolze Volk der Quel`nar als gehorsame Kinder der Götter.

Die Saat geht auf

Tholan und die anderen Götter des Lichts wollte keine geistlosen Wesen als ihr erwähltes Volk, und so schenkten sie den Quel`nar neben körperlicher Kraft auch mächtiges Wissen über die Magie und die Technik.

Doch Zhara, die Tochter von Tholan und Lysira, welcher ihrer Mutter in Liebreiz und Güte in nichts nachstand, wollte ihnen noch ein weiteres Geschenk geben. So verlieh sie den Quel`nar heimlich auch jenen göttlichen Funken der Phantasie und Gestaltungskraft. Die kindliche Göttin konnte in ihrem guten Herzen nicht ahnen, welch großes Unheil sie über die Götter des Lichts und ganz Tharwyn bringen würde.

Viel schneller, als die Götter es erwartet hatten, entwickelten die Quel`nar eine technologische Hochkultur, und darüber hinaus den unbändigen Willen, ihren göttlichen Erschaffern immer näher und näher zu kommen. Ernstlich besorgt jedoch waren die Götter nicht ob dieser Entwicklung, dennoch erschufen sie auf Rat des weisen Palan das magiebegabte, mystische Volk der Elfen als Gegenpol zu den Quel`nar um das erwählte Volk eine Beschäftigung zu bieten und von seinen strebsamen Gedanken zu bringen.

Während das erwählte Volk der Götter seine hochentwickelten Städte im Süden Tharwyns hatte, errichteten die Elfen ihre Städte um heilige Orte herum. Denn auch die Elfen waren sehr götterfürchtig, und dank ihrer Seher fanden sie über ganz Tharwyn verteilt die Pforten aus dem Weltgeflecht. Die Orte an dene sich die Götter manifestierten waren den Elfen heilig und so erichteten sie an diesen Orten  ihre Kultstätten. Diese Orte waren die Wiege der großen elfischen Zivilisation und schnell entstanden dort dann die ersten Städte mit rasch wachsender Infrastruktur, so dass das Volk der Elfen auf wunderbare Weise blühte und gedieh.

Aufgrund ihrer großen Hilfe im Kampf gegen Rholan durften die tapfersten Götter neben Tholan, Fonar und Delmek, ebenfalls Wesen auf Tharwyn erschaffen.

Fonar erschuf das Volk der Menschen, während Delmek das Volk der Zwerge nach seinen Vorstellungen erschuf.Noch aber waren diese beiden Völker nur auf der Entwicklungsstufe von Wilden, die nicht mit den hochentwickelten Quel`nar und den Elfen konkurrieren konnten.Derweil hatte sich innerhalb der Quel`nar eine feste hierarchische Struktur entwickelt, das Kastensystem.So bildeten die Seher und Magier die mächtige erste Kaste, gefolgt von der jungen Kaste der Techniker, die bereits in diesem frühen Stadium der Quel`nar von großer Bedeutung war.
Dahinter reihte sich das weitere Volk der Quel`nar ein, die letzte Kaste bildete die gleichermaßen gehasste wie gefürchtete Kaste der Ausgestoßenen udn Gesetzlosen, die Vahl`kesh.

Die Pilgerzüge

Zu dieser Zeit waren die Quel`nar längst besessen davon, ihren Erschaffern von Angesicht zu Angesicht entgegen zu treten.
Die Quel`nar hassten die Opfer zu denen sie gezwungen wurden um die Barriere zu stärken, so bauten sie den Gat`ar`nar e
ine riesige Maschine zum Sammeln von Essenz. Viele der bedauernswerten primitiven Menschen, Zwerge und auch Tiere wurden zusammen getrieben, um ihre Essenz einerseits den Elementaren zu geben, damit die Barriere weiter standhielt, anderseits aber auch um sie im geheimen zu sammeln. Der Gat`ar `nar war die neue Art der Quel`nar ihre Bürde zu erfüllen und den Elementaren war es egal woher die Essenz kam, die für die Barriere gebraucht wurde.

Mit der Zeit lernten  die Quel`nar auch viel über die Natur der feinen Rissen zwischen den Dimensionen, den Pforten, wo es einen kontinuierlichen, kräftigen Essenzfluss aus den Tiefen des Weltgeflechts gab. Während die Elfen diese Tore in ihrem Teil Tharwyns verehrten, und dort Kultstätten für die Götter errichteten, handelten die Quel`nar ganz anders.Angeführt von ihrem Hohenpriester Dhysor`rhul machten sich die Quel`nar daran, ihre Macht durch die ausströmende Essenz dieser Pforten noch zu steigern. Zunächst pilgerten die Quel`nar zu den Pforten in ihrem Reich.

Jeweils dort angekommen verkündigte Dhysor`rhul mit ehrfurchtgebietender Stimme seinem Volk, welche Lektion die Götter den Quel`nar an diesem Tor ins Weltengeflecht beibringen wollten. Wortgewaltig verkündete er in seinen Visionen, was die Quel`nar zu tun hatten, um die göttliche Untersterblichkeit zu erlangen, während gleichzeitig die Techniker so viel Essenz aus den Pforten kelterten, wie sie nur konnten. Doch die Quel`nar waren unersättlich in ihrer Gier nach Essenz, sie sammelten den kostbaren Lebensstoff viel zu schnell ein, und so erschöpfte sich der Essenzfluss rasch, woraufhin die Pforten sich versiegelten. Wann immer ein Tor geschlossen war, betrachtete Dhysor`rhul die jeweilige Lektion der Götter als gelernt, und die Pilgerreise ging weiter zur nächsten Pforte.Auf diese Weise jedoch waren schon nach wenigen Jahren alle Pforten im Reich der Quel`nar versiegelt.Dhysor`rhul aber war sich sicher, dass sein Volk noch nicht alle Lektionen der Götter gelernt hatte, tatsächlich gelangte er durch seine Visionen zu der Überzeugung, dass die Quel`nar alle Tore in Tharwyn aufsuchen mussten, um ihr Ziel, den Erschaffern ebenbürtig zu werden, zu erreichen. Er verkündigte seinem Volk, dass die einfachen Lektionen nun gelernt waren, und man sich gen Norden begeben müsse – zu den Städten der Elfen.

Daraufhin riefen alle Anführer der Kasten ein großes Konzil ein, um über diese Visionen und Pläne zu beraten, und sie entschieden sich, den Krieg gegen die Elfen zu beginnen. Diese Entscheidung veränderte die Hierarchie der Quel`nar einschneidend, denn die bisher eher undeutende Kaste der Krieger, welche sich um innere Unruhen und gelegentliche Übergriffe der einfachen Menschen und Zwergenstämme kümmerte, wurde nun weit wichtiger. Sie stieg damit zur drittmächtigsten Kaste der Quel`nar auf, hinter den Magiern und den Technikern.

Die Pilgerkreuzzüge

Ohne jede Vorwarnung begannen die Quel`nar nun, die Elfen anzugreifen und sie in einen blutigen Krieg um jede Pforte zu verwickeln. Aus den einstigen Pilgerfahrten waren Kreuzzüge geworden!

Waren die erste Tempel und Städte noch unvorbereitet auf die Attacken, so drang die Kunde vom Angriff der Quel`nar schon bald durch das gesamte Elfenreich, und von da an musste die Quel`nar um jede einzelne Kultstätte hart kämpfen. Aber so tapfer und magiebegabt die Elfen auch waren, da sie ihre Macht nur aus der Energie der jeweiligen Kultstätte zogen konnten sie das erwählte Volk der Götter nicht aufhalten, nicht besiegen.

Immer weiter und weiter drangen die Quel`nar ins Elfenreich vor, sie schlugen eine Schneise der Verwüstung mitten durch Tharwyn, wobei sie nichts als ausgebrannte Städte und ödes Land zurück ließen.Alles, was zur reichhaltigen Kultur der Elfen gehörte, schenkten sie keine Beachtung.Nach annährend 250 Jahren erreichte der Kreuzzug der Quel`nar schließlich Tenthoril, die Hauptstadt der Elfen ganz im Norden, an der Grenze zum ewigen Eis.

Geschützt vor der bitteren Kälte durch geheimnisvolle Rituale, welche nur die mächtigsten Druiden des Elfenvolkes kannten, war Tenthoril umgeben vom prächtigen Wäldern und Auen, und in diesem Zeitalter die wohl schönste Stadt, die Tharwyn kannte. Inmitten dieser gewaltigen Stadt lag der reich geschmückte Thronsaal des Elfenkönigs Hafinir, und dieser Saal war in unmittelbarer Nähe zu einer der größten Essenzpforte errichtet, die es auf Tharwyn gab.Der Wassertempel der Elementare lag hier verborgen am Grunde eines zugefrorenen Sees.Der schon greise Hohepriester Dhysor`rhul konnte bereits am Tag der Ankunft der Quel`nar diese gewaltige Essenzquelle innerhalb der Elfenenklave spüren.
Sofort versuchte Dhysor`rhul die Lektion der Götter in dieser Quelle zu spüren, doch zum Entsetzen aller begann sein Körper plötzlich grässlich zu zucken, und mit einem markerschütternden Schmerzenschrei ging Dhysor`rhuls Körper in blauen Flammen auf, von denen keinerlei Hitze ausging.

Der qualvolle Tod ihres Hohenpriesters wurde von den anderen Sehern der ersten Kaste als Zeichen ausgelegt, dass die Quel`nar nun vor der finalen Prüfung ihrer Götter standen. Mit grimmiger Entschlossenheit brachten die Quel`nar ihre gesamte Kriegsmaschinerie und all ihre Truppen in Angriffsbereitschaft.

Alle waren sich sicher, dass der Krieg hier enden würde. Doch weit gefehlt!

Die Attacke auf Tenthoril wurde zur ersten großen Niederlage des Kreuzzuges, denn die Elfen wehrten sich mit aller Macht gegen die Einnahme ihrer letzten Bastion. Unter der Führung von König Hafinir und den mächtigsten Druiden des gesamten Elfenreiches wehrte die Stadt Angriffswelle um Angriffswelle der Quel`nar zurück.

Über vier Jahrzehnte kämpften die Quel`nar an den Stadttoren von Tenthoril, ohne den ersehnten Sieg zu erlangen.

Diese zermürbende Belagerung brachte die Quel`nar mehr und mehr zum verzweifeln, tatsächlich wurden in den einzelnen Kasten schon Stimmen laut, dass es wohl unmöglich wäre, dass ersehnte Ziel jemals zu erreichen. In dieser Zeit begab es sich, dass ein junger Seher während einer hitzigen Ratssitzung seine Stimme erhob. Verwunderung machte sich unter den anwesenden Quel`nar breit, erst herrschte Gemurmel unter den Mitgliedern der einzelnen Kasten, dann ehrfürchtiges Schweigen. Denn sie alle erkannten dass der Akolyth mit der kehligen Stimme des lange verstorbenen Hohenpriesters Dhysor`rhul sprach. Mit der selben Inbrunst wie zu Lebzeiten verkündete dieser, dass nicht die Eroberung von Tenthoril die letzte Prüfung der Götter wäre, sondern dass der Weg zu den Erschaffern in der Mitte der Quel`nar selbst zu finden sei. Um sich ihren Göttern als würdig zu erweisen, reichte es nicht nur die Essenz von niederen Wesen im Gat`ar`nar zu sammeln, nein, sie mussten das größtmögliche Opfer bringen, und in einem epischen Ritual zeigen, dass sie auch bereit dazu waren, eigene Mitglieder ihres Volkers für diese letzte Prüfung dahinzugeben!

Der von Dhysor`rhuls Geist besessene Akolyth erzählte dem versammelten Rat alle grausigen Details des Rituals, und seinen Plan, die Armee welche mit der Eroberung Tenthorlis gescheitert war, dafür zu opfern. Als letzter Beweis, dass sie wirklich mit Dhysor`rhuls Geist gesprochen hatten, ging der Körper des Sehers wie einst der des Hohenpriesters in kalten Flammen auf. Die zurückbleibende Asche glühte in einem seltsamen Blau, und war selbst letzter Bestandteil des teuflischen Rituals.

Mit dem hinterhältigen Vorwand, das vom Krieg zermürbte Heer in die Heimat der Quel`nar zurück zu senden, versammelte der Rat der Kasten die nötigen Opfer in einer ihrer größten Städte für das Ritual des Übergangs. Gleichzeitig brachten die Techniker der zweiten Kaste den Gat`ar`nar in Bereitschaft, um dessen gesammelte Essenz für die Öffnung des Übergangs zu nutzen.

Während die Priester der Magisterkaste das dämonische und barbarische Ritual abhielten, und die Schreie der Opfer wie eine Kakophonie des Grauens durch ganz Tharwyn hallten, machten sich die privilegierten Quel`nar, welche vorher vom Rat ausgesucht wurden, mit ihrem Anführer Zen`this dazu bereit, in das Weltengeflecht zu treten und ihren Schöpfern zu begegnen.

Der Zorn der Götter

Was der Gat`ar`nar alleine wohl niemals geschafft hätte, gelang den Quel`nar mithilfe des grausamen Rituals: Sie fokussierten gleichzeitig eine solch unfassbare Menge an Essenz, dass sie einen Übergang zwischen Tharwyn und dem Weltgeflecht aufrissen.

Das brachiale Vorgehen der Quel`nar erschütterte ganz Tharwyn, und hatte katastrophale Auswirkungen für die gesamte Welt!

Die abnormale, unirdische Energie des Weltengeflechts floss wie Blut aus einer klaffenden Wunden über ganz Tharwyn, und löst bis heute unkontrollierbare Naturphänomene wie Unwetter, Erdbeben, Überschwemmungen und schwere Stürme aus. Am härtesten traf es dabei die Elfenstadt Tenthoril, die sich gerade erst von den Angriffen der Quel`nar zu erholen begann. Die unkontrollierbar ausströmende Essenzenergie traf die Stadt mit voller Wucht, überflutete sie und kehrte die Schutzzauber der Druiden auf furchtbare Weise um: Anstatt Tenthoril vor dem erbarmungslosen Frost zu schützen, verstärkte es noch die Auswirkungen der bitteren Kälte.

Hilflos musste König Hafinir miterleben, wie seine geliebte Stadt und sein ganzen Volk in kurzer Zeit in einem Meer aus ewigem Eis erfror. Bis auf den heutigen Tag hat man nichts mehr von den Elfen gehört oder gesehen.

Auch die Quel`nar hatten nach dem Durchschreiten des von ihnen geschaffenen Übergangs mit den Auswirkungen des Weltgeflechts zu kämpfen. Auf der Ebene der Götter starben sofort einige der hinüber gegangenen Quel`nar qualvoll an den bizarren Lebensbedingungen dort.

Doch die Überlebenden trat ihren Erschaffern selbstbewusst entgegen und forderten ihren Platz in der Gesellschaft der Götter ein.

Die Götter um Tholan jdie sich längst anderen Welten zugewandt hatten waren erstaunt und zornig über das Auftauchen der Quel`nar in ihrem Reich. Empört wiesen sie die lächerliche Forderung der Quel`nar zurück.

Schockiert erkannte Tholan, dass die Quel`nar nahezu alle Pforten auf Tharwyn versiegelt hatten, und was sie mit ihrem unheiligen Ritual ihrer Heimatwelt grausames antaten. Und dies alles nur wegen ihres frevelhaften, götterlästerlichen Wunsches, ihren Erschaffern gleich zu sein, zu höheren Geschöpfen aufzusteigen! Tholan und die anderen Götter regierten wütend, verfluchten die Torheit ihres einst erwählten Volkes, und tadelten die Quel`nar wie Väter ihre unartigen Kinder maßregeln.

Dass die Götter für sie nur Wut und Rügen übrig hatten nach all den Kämpfen und Entbehrungen, welche die Quel`nar auf sich genommen hatten, erfüllte das stolze Volk mit unbändiger Wut, und ehe man es sich versah, entbrannte mitten im unendlichen Weltengeflecht eine blutige Schlacht zwischen den Quel`nar und ihren Göttern!

Doch dies war nicht Tharwyn, dies war das Reich der Götter, und auch wenn es den Quel`nar tatsächlich gelang, zwei niedere Erschaffer zu töten, so hatten sie doch keine Chance, diesen Kampf zu gewinnen. Schnell wurde die kleine Delegation der Quel`nar getötet, lediglich einige Wenige  schafften es, sich mit der Hilfe einer unbekannten Macht inmitten des Weltgeflechts zu verbergen.
Die Götter um Tholan schenkten ihnen keine Beachtung mehr, denn sie hielten es für unmöglich, dass solche Kreaturen länger im Weltengeflecht existieren konnten, ohne dem Wahnsinn anheim zu fallen oder schlicht zu sterben.

Vielmehr lenkten sie ihre Wut auf die vielen Quel`nar, die sich noch auf Tharwyn befanden.

Um sicher zu stellen, dass die Quel`nar keinen weiteren Schaden anrichten konnten, und um sie für ihren Frevel zu bestrafen, sandten die Götter ihre uralten Kreaturen durch die Öffnung zu Tharwyn. In einer einzigen Nacht töteten diese mächtigen Wesen alle verbliebenen Quel`nar und vernichteten alles, was das Volk jemals erschaffen hatte. Sie verfluchten das land, auf das sich niemals mehr ein Lebewesen an dem frevelhaften Wissen der Quel`nar bereichen könne.

Damit schien die Geschichte der Quel`nar für alle Zeit beendet zu sein, die Götter überließen Tharwyn und die anderen Völker dort wieder ihrem Schicksal, Der Kreislauf des Lebens war noch intakt und so streiften sie weiter unbekümmert durch das endlose Weltengeflecht.