Quel`nar

Die Quel`nar sind das älteste Volk auf Tharwyn, sie wurden dereinst von den Göttern selbst erschaffen und ihr Name bedeutet daher auch soviel wie „Kinder der Schöpfung“.

Zu Anfang ihrer Existenz war es ihre Bestimmung, durch die Opferung der eigenen Lebensessenz die Barriere um das Gefängnis der dunklen Götter unablässig mit Essenz zu versorgen.

Schon bald wurden die Quel`nar jedoch von dem innigen Wunsch getrieben, ihren Schöpfern von Angesicht zu Angesicht gegenüberzutreten, doch als eine Gruppe auserwählter Quel`nar tatsächlich das Weltgeflecht über eine künstliche geschaffene Öffnung betrat, stießen sie nur auf Ablehnung und Wut bei ihren Erschaffern.

Zornerfüllt kämpften sie mit Tholan und den anderen Göttern, doch die wenigen Abgesandten hatten keine Chance, so dass die Quel`nar entweder starben oder sich im unendlichen Weltgeflechts verstecken mussten.

Die erzürnten Götter sandten daraufhin ihre uralten, todbringenden Kreaturen nach Thawyn, und diese löschten binnen einer einzigen Nacht die gesamte Quel`nar Bevölkerung aus.

Dies, so schien es, war das Ende des einst stolzen Volkes der Quel`nar

Doch im chaotischen Weltengeflecht rettete ein uns unbekanntes Wesen die letzten verbliebenen Quel`nar und bereitete diese wochenlang inmitten des geheimnisvollen Weltgeflechts auf die Rückkehr in ihre Heimat vor.

Jener unbekannte Gönner half den verbliebenen Quel`nar, ihre Fähigkeiten und magischen Fertigkeiten um ein vielfaches zu steigern und ganz neue Eigenschaften zu lernen, bis er sie schließlich unbeobachtet von den Göttern zurück nach Tharwyn brachte.

Während allerdings im Götterreich nur einige Wochen vergangen waren, floss die Zeit auf Tharwyn ungleich schneller, so das dort fast zwei Jahrtausende vorbei waren.

Die Quel`nar existierten nur in den Schauergeschichten am Lagerfeuer oder um ungehorsamen Kindern Angst zu machen, und auch von den Elfen waren nichts als ein paar Märchen aus grauer Vorzeit geblieben.

Die Elementare hatten sich neue Verbündete gesucht, um die Essenzbarriere des Gefängnisses der dunklen Götter aufrecht zu erhalten.

Die Menschen und Zwerge hatten sich aus den Ruinen der Vergangenheit eigene Städte erschaffen, waren längst keine primitiven Wilden mehr, sondern bildeten eigenständige neue, fortschrittliche Zivilisationen.

Die Zeitrechnung auf Tharwyn

Die Zeitlinie der folgenden Aufzeichnungen orientiert sich an der historischen Gesellschaft von Livingston, die unter dem Vorsitz des ehrenwerten Earl Abraham O’ Flanagan die Gründung des Commenwealth als das Jahr 0 der menschlichen Zeitrechnung definiert.

Die historische Gesellschaft hat seine Boten überall in die Tharwyn ausgesandt um Informationen zu sammeln und eine Chronik der gesamten Welt zu erstellen.

Ohne die unschätzbare Arbeit dieser Gruppe wäre es heutzutage unmöglich, die Geschichte von Tharwyn chronologisch gesammelt zu präsentieren.

420 n. C.G. (nach Commenwealth Gründung)

Die für tot gehaltenen Quel`nar kehren unbemerkt von den Göttern und den anderen Völkern in ihr altes Reich im Süden Tharwyns zurück, nun nicht mehr länger von dem Wunsch getrieben, ihren Erschaffern ebenbürtig zu sein.

Wer jemals den finsteren und hasserfüllten Blick in den Augen der hochgewachsenen Quel`nar gesehen hat, der weiß, was sie antreibt - die unstillbare Gier nach Rache!

Dafür, dass sie verstoßen wurden, wollen die Quel`nar die Götter endgültig vernichten, ohne Rücksicht auf die restlichen Völker von Tharwyn, denn in ihnen

erkennen die Quel`nar die neuen Günstlinge der Götter – und damit Gegner, die es erbarmungslos, bis zur endgültigen Vernichtung, zu bekämpfen gilt!

Sofort nach ihrer Rückkehr begannen die Quel`nar um ihren Anführer Zen`this ihre neuen Fähigkeiten und die Macht der Essenz dafür zu nutzen, ihre toten Brüder und Schwestern aus den vergessenen, verseuchten Ruinen ihrer untergegangenen Städte im Süden Tharwyns neues Leben einzuhauchen.

Mithilfe von Magie und technischen Vorrichtungen, welche die toten Körper regelmäßig mit Essenz und damit neuer Lebensenergie versorgen, begannen die Quel`nar ihr altes Reich wieder aufzurichten.

Nach wie vor unbemerkt von den Göttern sowie verborgen vor Menschen und Zwergen, welche die verseuchten Gebiete im Süden Tharwyns schon seit Jahrtausenden mieden, änderten die Quel`nar dabei ihr Vorgehen.

Statt wie früher Lebewesen einzufangen und zu töten, um an deren Essenz zu gelangen, gingen sie dazu über riesige Tempelanlagen zu bauen, in denen sie die gefangenen Wesen mithilfe eines unheiligen Rituals in einen komatösen Zustand zwischen Leben und Tod brachten.

Dies ermöglicht ihnen, einen stetigen Essenzstrom aus ihren gepeinigten Opfern zu quälen.

Mithilfe dieser massenhaften Beschaffung von Essenz halten die Quel`nar nicht nur ihre toten Körper am Leben, sie erschaffen auch grauenhafte Konstrukte aus Fleisch und Technologie, seelenlose Geschöpfe, die sie jederzeit in den Kampf schicken können.

440 n. C.G.

Im Fürstentum Urethar, einer kleinen Enklave im südlichsten Commenwealth, verschwinden immer öfter und häufiger Menschen spurlos, da sie des Nachts von den Quel`nar verschleppt werden.

Lord Arthur Bardolph sendet daraufhin eine Kompanie seiner Soldaten dorthin, begleitet von einigen Priestern und Confessoren der Kirche, angeführt vom Inquisitor Martin Cyrill.

Die Befragung der Menschen jedoch bringt keine neuen Erkenntnisse, man munkelt im einfachen Volk von schattenhaften Wesen, die des Nachts die Einwohner in schreckliche Folterkammern verschleppen würden.

Martin Cryrill und Lord Bardolphs Soldaten haben jedoch keinen Sinn für diese Geistergeschichten und tun sie als abergläubisches Geschwätz ab.

Zur Sicherheit der Bevölkerung lässt der Lord aber dennoch eine dauerhafte Garnison errichten.

442 n. C.G.

Trotz erhöhter Wachsamkeit kann erst ein Ausgangsverbot verhindern, dass auch weiterhin des Nachts Menschen aus Urethar verschwinden.

Die Quel`nar sehen keine Möglichkeit mehr, im Verborgenen neue Opfer für ihre Tempelanlagen zu bekommen, und reagieren in einer lauen Sommernacht mit einem wuchtigen Überraschungsangriff.

Die wenigen Soldaten vor Ort sind völlig chancenlos, als eines Nachts ein Heer der Quel`nar und deren grauenerregenden Konstrukte angreift.

Das Fürstentum Urethar wird komplett von den Quel`nar ausgelöscht, und die Länderein eingenommen, und damit wurde allen Einwohnern von Tharwyn schmerzlich bewusst, dass die Rückkehr der Quel`nar nicht nur Gerüchte von betrunkenen Bauern waren, sondern bittere Realität.

475 n. C.G.

Längst ist der Krieg zwischen den Quel`nar und den anderen Völkern auf Tharwyn offen entbrannt.

In den vergangenen 30 Jahren sind dabei große Teile des südlichen Commenwealth besetzt worden, steht das gesamte Land dort unter dem unheiligen Joch der Quel`nar.

Das zunächst von der Rückkehr der Quel`nar überraschte Commenwealth aber erwies sich als starker Gegner, nachdem die Menschen ihre komplette Kriegsmaschinerie in Gang gebracht hatten, wurden auch die untoten Soldaten und Konstrukte der Quel`nar wieder etwas zurückgedrängt.

Dennoch nehmen die Konflikte zwischen der Kirche, die eine größere Hinwendung zu den Göttern verlangt, um den Krieg zu gewinnen, und den Technokraten, die nicht recht daran glauben, das die Götter sich noch um Tharwyn scheren, sondern lieber mit ausgefeilter Technik gegen das ausufernde Chaos vorgehen wollen, immer weiter zu.

520 n. C.G.

Mitten auf Tharwyn herrscht ein erbitterter Stellungskrieg zwischen Commenwealth und Quel`nar.

Keinem der beiden Partein gelingt es, entscheidend voran zu kommen, wobei die Menschen darunter leiden, dass ihr wichtigster Getreidegürtel im Kampfgebiet liegt. Einzig die hartgesottensten Männer des Commenwealth halten es mit Hilfe der von den Technokraten erschaffenen uhrwerkbetriebenen Erntegolems dort aus, und bauen weiter wichtiges Getreide für das Reich ab, welches über die schier endlosen Eisenbahnstränge in die Kornspeicher transportiert wird.

Weit schlimmer trifft es aber noch die Eisengilde der Zwerge, deren Ahnenhallen in direkter Nähe zu den Essenztempeln der Quel`nar liegen.

Die verheerende Wirkung der unirdischen Technik und Magie der Quel`nar hat längst große Teile des eroberten Landes verseucht, und führt bei den bedauernswerten Zwergen zu grausamen genetischen Mutationen, und obwohl sie mithilfe von Magie und Technologie diesen Vorgang zu Stoppen versuchen, wird ihr Kampf immer hoffnungsloser.

Der Zwergenkönig Dangrim ließ daher über Jahrzehnte hinweg mächtige Steamhives bauen, gigantische technokratische Transporter, die sein Volk sicher jenseits des Quel`nar – Gebietes bringen sollten.

Die meisten seiner Getreuen folgten Dangrim auf der sogenannten eisernen Karawane gen Westen, doch es blieben auch Zwerge zurück die sich weigerten, ihre Ahnenhallen kampflos aufzugeben

530 n. C.G.

Aus unerfindlichem Grund implodiert auf dem Gebiet des ehemaligen Fürstentums Urethar eine der größten Essenztempelanlagen der Quel`nar.

Anschließend streifen chaotische, grauenhaft verstümmelte und scheinbar untote Wesen durch ganz Tharwyn, erschaffen durch einen grausigen Witz des Schicksals.

550 n. C.G.

Angeführt vom umbarmherzigen Ahr`zan dringt eine Armee der Quel`nar auf das Gebiet der Shal a Rhaam vor, um die goldene Oase zu erobern.

Der erbitterten Widerstands von Captain Nikodemus Shadim und seinen Getreuen dauert volle vier Monate, als aber die anderen Wüstenfürsten ebenso wie der Wesir keine Hilfe aussenden, muss sich der Captain mit seinen letzten verbliebenen Männern auf sein Flagschiff, die „Desert Rose“, zurückziehen und sein Reich aufgeben.

Die Shal a Rhaam flüstern sich auf den Basaren zu, dass die Quel`nar unter dem Sand der goldenen Oase einen Zugang zur Pforte in das Gefängnis der dunklen Götter suchen, tatsächlich aber errichtet Ahr`zan dort einen taktischen wichtigen Brückenkopf im Westen ihrer Grenzen.

Doch wer kann schon genau sagen, was die Quel`nar planen?

600 n. C.G.

Die Gegenwart.

Noch immer tobt der Krieg auf Tharwyn mit unverminderter Härte, seit gut 150 Jahren kennt diese gebeutelt Welt keinen Frieden mehr.

Die anderen Völker auf Tharwyn nennen die Quel`nar inzwischen angsterfüllt “Essenzsammler“, ohne zu ahnen, das sie gar nicht das Hauptziel des Rachefeldzuges sind.

Denn die Quel`nar haben die Zeit auch dazu genutzt, um den Gat`ar`nar wieder zu bauen.

Ihr Ziel ist nichts geringeres als die totale Weltherrschaft über Tharwyn, und anschließend ein neuer Kreuzzug – diesmal gegen ihre Erschaffer selbst, denn die Quel`nar wollen endgültig die Götterdämmerung einläuten!