Shal a Rhaam

Das in der Wüste gelegene Shal a Rhaam ist ein weiteres Reich der Menschen. Entstanden aus den Nomadenstämmen des Südens, setzt sich Shal a rhaam heute aus einem dichtes Netzwerk aus Kleinfürstentümern zusammen, das dem mächtigen Kalifen durch einen Treueschwur verpflichtet ist. Dieser hält mit der Kontrolle über den wichtigsten Rohstoff der trockenen Wüstengebiete, die Wasservorkommen, als ein mächtiges Instrument in den Händen, das ihm seine Position sichert. Gebündelt unter der Hauptstadt Shal a Rhaams, speist ein ausgefeiltes Netzwerk unterirdischer Pipelines viele Wüstenstädte mit Wasser. Ein Heer aus Sklaven und Elementaristen hält dieses altehrwürdige Lebensadernetz am Laufen.
Shal a Rhaam hat eine ausgeprägte Nomadenkultur: Sklavenhandel, Piraterie und das Handeln mit fragwürdigen Gütern sind die Haupteinnahmequellen der vielen ansässigen Kleinfürsten.
Sie residieren opulent in den fremdartig riechenden Oasenstädten, teilweise auf riesigen Sandseglern oder dampfbetriebenen Sandbooten, und sind durch ihre weit zurückreichenden Traditionen und die perfekten Anpassung an das Klima die unangefochtenen Herrscher der Wüste.
Der aufflammende Götterkrieg machte die Fürsten Shaal a Rhaams über Nacht zu mächtigen Handelsmagnaten und in Zeiten zunehmender Knappheit der Ressourcen wächst der Einfluss der weitläufig ausgebauten Handelsnetzwerke Shal a Rhaams zunehmend in Tharwyn..

 

 

 

1600 v. C.G. (vor Commenwealth – Gründung)

 

Zu den ersten Menschen, die Fonar, Gott der Tapferkeit, geschaffen hat, gehören die Normannenstämme der Shal a Rhaam in der Rhaamwüste, wobei ihr Name in etwas soviel bedeutet wie „Söhne der Wüste“.

Dieser Menschenstamm besteht aus einer Vielzahl umherstreifenden Beduinen, die ähnliche wie ihre Brüder in der Steppe und den Wäldern auf Tharwyn von der Jagd und dem Einsammeln der Frucht des Jandara-Baumes leben, der einzigen Baumart welche im kargen Wüstenland wächst.

Wasser ist mit Abstand das wichtigste Gut, die Oasen in der Rhaamwüste sind daher schon von Anfang an hart umkämpft. Das Leben für die ersten Shal a Rhaam ist generell spartanisch und sehr entbehrungsreich.

 

1450 v. C.G.

 

Eine Gruppe Beduinen unter Führung des Kalifen Amatullah ben Siddik findet mitten in der Wüste einen gigantischen Pyramide. Neugierig betrachten und untersuchen sie den Tempel tagelang, ohne jedoch einen Eingang oder etwas über seine Bedeutung herauszufinden. Kalif Amatullah ben Siddik erklärt das geheimnisvolle Bauwerk daher für ein Werk der Götter, und unter den Shal a Rhaam wird der Tempel eine erste wichtige Kultstätte. Was die Wüstenbewohner zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist, dass es sich tatsächlich um den Tempel der Erdelementare handelt.

 

1300 v. C.G.

 

Nur mühsam entwickeln sich die verschiedenen einzelnen Stämme der Shal a Rhaam, da sie nicht wie ihre Brüder über die Überreste der alten Elfenstädte verfügen bleiben ihnen dessen Errungenschaften und Funde verborgen. So leben sie ein einfaches, ärmliches Leben, lediglich durch den Handel untereinander verbunden.Es ist wohl kein Geheimnis, dass die Shal a Rhaam womöglich für immer umherziehende Kamelhirten geblieben wären, hätte das Schicksal der Quel`nar auf Tharwyn eine andere Wendung genommen.

 

Als aber das einst erwählte Volk der Götter ihren Schöpfern zu nahe kam, und – so schien es wenigstens – von diesen für ihren Frevel ausgelöscht wurden, verloren die Elementare auf Tharwyn ihren langjährigen und einzigen Bündnispartner! Ohne die Quel`nar, und ohne in 200 Jahren ein Zeichen von den Göttern zu erhalten, sahen sich die Elementare außerstande, alleine Essenz zu sammeln. So mussten die Elementare neue Partner auf Tharwyn finden, um das Gefängnis der dunklen Götter um Rholan immer weiter mit Essenzenergie zu versorgen.

 

Da sich der Raum mit dem Portal in das Gefängnis der dunklen Götter tief unter dem Sand der Rhaamwüste befindet, und auch der Tempel der Erdelementare mitten in dieser Wüste liegt, war es nur allzu logisch, dass die Shal a Rhaam das erste Volk war, auf das sie aufmerksam wurden. Kalif Tahir ben Amatullah, der Sohn von Amatullah ben Siddik, herrschte zu dieser Zeit an der großen Kultstätte am Tempel.

Als er wie jeden Tag, wenn die Sonne am höchsten Punkt stand, zum Götterdienst an der Ostseite der gewaltigen Pyramide ging, geschah das Unfassbare: Am Fuße des Tempels öffnete sich ein mannshoher Eingang mitten im Mauerwerk. Angsterfüllt wichen die anderen Gläubigen zurück, doch der greise Seher Umar Habib deutete das Ereignis als Zeichen der Götter dafür, dass der Kalif ihr Auserwählter sei. Tapfer trat Tahir ben Amatullah durch den Eingang in die Dunkelheit, die ihm wie ein Grab erschien. Zu seinem Entsetzen und unter den lauten Rufen der umherstehenden Shal a Rhaam schloß sich der Durchgang wieder, sobald der Kalif eingetreten war. Umar Habib rief das Volk zur Ruhe und Gebeten für die Seele Tahir ben Amatullahs auf, und die Menschen folgten dem Rat des Sehers. Viele Stunden vergingen, bevor sich in der Dämmerung der Eingang wieder öffnete, und Kalif Tahir ben Amatullah unbeschadet hervor trat.

 

Was genau sich im Inneren der Pyramide ereignete, verschwieg er eisern, doch kaum das der Durchgang wieder geschlossen war, verkündete der Kalif dass er im Namen der Shal a Rhaam einen Pakt mit den mächtigen Erdelementaren geschlossen hatte. Das Volk der Wüste erkannten an den Schilderungen von Tahir ben Amatullah, welche unglaublichen Kräfte die Erdelementare hatten, und stimmten dem Pakt begeistert zu. Die Shal a Rhaam verpflichteten sich, den Elementaren stets ausreichend Essenz für das Gefängnis zu verschaffen, hauptsächlich über die Sklaven, die sie fangen konnten.

Die Elementare wiederum, hocherfreut darüber einen neuen Bündnispartner für ihre wichtige Aufgabe gefunden zu haben, sagten den Shal a Rhaam ihre Unterstützung zu. Sie beschützten die Shal a Rhaam vor den Angriffen der anderen Völer auf Tharwyn, sie lehrten den Söhnen der Wüste die Elementarmagie der Erde, und was wohl am wichtigsten war, sie nutzen ihre magischen Kräfte um ein weitverzweigtes Netzwerk von unterirdischen Wasseradern zu erschaffen, welches ein Heer an Elementaristen und Sklaven bis heute am Leben erhält.

Dieses Netzwerk gilt als die Lebensader der Shal a Rhaam, versorgt sie doch alle Städte der Wüstenfürsten mit Wasser, ausgehend von der Hauptstadt des Volkes, welche um die Pyramide der Erdelementare herum entstand.

Die Shal a Rhaam nannten die Stadt Rukajja, was in etwa soviel bedeutet wie „mächtiger Sandhügel“.

 

300 v. C.G.

 

Durch ihre neuen, gewaltigen Verbündeten stieg das Volk der Shal a Rhaam binnen eines Jahrtausends zu einer der einflussreichsten Fraktionen von ganz Tharwyn auf, deren Kultur sich gewaltig weiterentwickelt hatte. Einfache Händler oder Sklavenjäger reisen mithilfe von wendigen Dünenkatamaranen oder wuchtigen Schaufelraddampfern über die Rhaamwüste, während die wohlhabenden Shal a Rhaam mit ihren geheimnisvollen Sandbooten mitten durch den Wüstenuntergrund reisen, angetrieben und navigiert mit der Hilfe von Erdelementarmagie.

Viele von ihnen wurden zu Sklavenjägern, um durch den Menschenhandel den Pakt mit den Erdelementaren aufrecht zu erhalten, und generell handelten die Shal a Rhaam mit allen erdenklichen Gütern, von orientalischen Kräutern bis zu magischen Artefakten. An den größten Oasen bildeten sich immer eindrucksvollere und modernere Städte, in denen selbsternannte Wüstenfürsten herrschten, von denen sich nahezu jeder als der mächtigste Wesir in der gesamten Rhaamwüste bezeichnete.

Aus den einst so armen und unterentwickeltem Volk der Shal a Rhaam war eine große und einflussreiche Handelsmacht geworden.

 

300 n. C.G. (nach Commenwealth Gründung)

 

Obwohl sie sich so extrem weiterentwickelt haben, kommt es immer noch oft zu blutigen Auseinadersetzungen zwischen den verschiedenen Kleinfürstentümern der Shal a Rhaam, besonders tragisch endete der Kampf um die Oase des ewigen Lebens. Ein blinder, namenloser Seher hatte verkündet, dass wer immer vom Wasser dieser Oase trinken würde, nie altern müsse. Noch am Tage dieser Prophezeiung begann eine furchtbare Schlacht um diese Oase, an deren Ende über tausend Shal a Rhaam gestorben waren. Das Blut der Opfer verfärbte das Wasser und sickerte in den Boden, woraufhin der entsetzte Seher verkündete, dass die Oase nun für immer vergiftet sei, statt ewigem Leben gab es nun nur noch ewige Verdammnis für jede unglückliche Seele, die hier Wasser trankt.

 

Diese immer wieder auftretenden, blutigen Scharmützel zwischen den einzelnen Stämmen missfiel den Erdelementaren sehr, so dass sie ihre Bündnispartner eindringlich dazu drängten, einen gemeinsamen Herrscher zu wählen.

Als äußeres Zeichen seiner Macht sollte dieser von den Elementaren einen Zepter mit einem blau schimmernden, magischen Juwel darauf als ein Geschenk und Symbol seiner Herrschaft erhalten. Wer immer dieses Juwel besaß, hatte die Macht über die vielen verschiedenen Wasserquellen und –adern, welche die weiträumige Rhaamwüste dank der Hilfe der Erdelementare durchzogen.

Die Kalifen akzeptierten den Wunsch der Elementare, wussten sie doch ganz genau, dass sie ohne die Hilfe der Erdelementare verloren waren. Es gelang ihnen schließlich auch, sich auf ein kompliziertes Wahlverfahren zu einigen, um einen gemeinsamen Wesir zu bestimmen, der über die vielen Wüstenfürsten herrschen sollte.

Jeder Kalif hatte ein Stimmrecht, und wer der Wesir des blauen Auges werden wollte, um in Rukajja zu herrschen, musste neben freundschaftlichen Beziehungen auch oft die richtige Mischung aus Bestechungen und Bedrohungen finden. Auch wenn die schier endlose Versammlung zur Wahl bisweilen mehrere Wochen dauerte, so fand sich am Ende bisher doch immer ein Mann, der genug Einfluss geltend machen konnte, um die Herrschaft über die Shal a Rhaam zu bekommen. Seine Regentschaft dauerte stets bis zum Ende seines Lebens, falls er nicht selber aus welchen Gründen auch immer die Macht niederlegen wollte.

 

550 n. C.G.

 

Viele beindruckende Sandboote durchstreifen die Rhaamwüste, doch das mit Abstand gewaltigste davon ist die “Desert Rose“ von Captain Nikodemus Shadim. Der alte Kapitän gilt als der erfahrenste und tapferste Mann seines Schlages, der einst ein großes Reich im Osten der Rhaamwüste als Wüstenfürst beherrschte.

Seine Flotte sorgte dabei täglich für unzählige Sklaven, welche die nötige Essenz für den Pakt mit den Elementaren bereit stellten. Auch die einflussreichsten Fürsten, und der Wesir des blauen Auges selbst sprachen stets respektvoll von Captain Shadim, dem „alten Mann aus dem Osten“. Der Mittelpunkt seines Reiches war die goldene Oase, wo die Shal a Rhaam in Frieden und Wohlstand lebten, hätte sein Volk die freie Wahl gehabt, sie hätten sich keinen besseren Herrscher als Nikodemus Shadim gewünscht.

 

Aber all dies endete abrupt, als die Quel`nar eines Nachts aus dem Nichts auftauchten und die goldene Oase angriffen. Captain Shadim und seine Männer kämpften mutig und verbissen, keinen Meter Wüstenboden schenkten sie den finsteren Kreaturen, doch mit der Zeit starben immer mehr von seinen Männern, so dass der Captain Boten an die anderen Wüstenfürsten und den Wesir aussandte, mit der Bitte um Hilfe und dem Hinweis darauf, das er ihnen immer in der Not beigestanden hatte.

Zu seiner bitteren Enttäuschung musste er dann feststellen, dass seine Brüder zwar immer schmeichelnde Worte für ihn hatten, doch nun in der Stunde des Kampfes um Leben oder Tod verweigerten sie ihm jede Hilfe, aus Angst, selbst Opfer der Quel`nar zu werden. Nach vier Monaten erbitterten Widerstands musste der Captain akzeptieren, dass er sein Reich nicht retten konnte. Gemeinsam mit seinen letzten Gefolgsleuten bestieg er die “Desert Rose“, verfluchte die Quel`nar ebenso wie die Feigheit seiner falschen Freunde und verschwand mit dem Schiff in den Untiefen der Wüste.

Hin und wieder taucht das riesige Sandboot auf den Schlachtfeldern von Tharwyn auf, um Sklaven einzufangen oder den kämpfenden Truppen in ausichtloser Lage beiszustehen udn die Quel`nar zu schlagen. Seitdem beherrschen die Quel`nar die goldene Oase, und haben an der Stelle der einst blühenden Stadt einen Tempel errichtet, über dessen Bedeutung die Shal a Rhaam nur rätseln können.

 

600 n. G.C.

 

Die Gegenwart.

Dank der Vermischung aus Erdmagie und Technologie haben die Shal a Rhaam sich bis zum heutigen Tag zu der vielleicht einflussreichsten Handelsmacht auf Tharwyn erhoben.

Weder Commenwealth noch Zwerge können heutzutage auf die miteinander verflochtenen Handelswege der Shal a Rhaam verzichten.

Was auch immer noch auf Tharywn geschehen wird, man kann sicher sein, dass die Shal a Rhaam ihren Teil zur Geschichte um die Götterdämmerung beitragen werden!